Corona

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Landeskirche Hannover

13.07.2020  Internetadresse

Zum 13. Juli 2020 ist die neu strukturierte Niedersächsische Verordnung zur Neuordnung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 in Kraft getreten. Sie stellt die Bedeutung von Abstands- und Hygieneregeln an den Anfang und konkretisiert auf deren Basis einzelne
Anwendungs- und Lebensbereiche. Für die Durchführung von Gottesdiensten ergeben sich hieraus nur wenige Änderungen, die im Folgenden durch eine rote Markierung kenntlich gemacht sind.
Eine vollständige Rückkehr zu den Verhältnissen, wie wir sie bis zum Ausbruch der Corona-Krise hatten, ist nach wie vor nicht möglich. Wir werden weiterhin Gottesdienste feiern, die sich in vielem davon unterscheiden, wie wir es gewohnt waren. Wir können verantwortlich zu Gottesdiensten nur einladen, wenn wir durch Einhaltung von Regeln und Maßnahmen die Gefährdung von Menschenleben durch eine Infektion mit dem Coronavirus nicht erhöhen.  Damit möchten wir Sie in den Kirchenvorständen und Pfarrämtern unterstützen, so dass Sie in den
Kirchengemeinden und Regionen verantwortlich entscheiden können, ob und in welcher Form Sie in der nächsten Zeit zu Gottesdiensten einladen und wie Sie Ihrer Verantwortung für die Durchführung nachkommen können. Nach unserer Kirchenverfassung sind Kirchenvorstand und Pfarramt gemeinsam zuständig für die Nutzung der für den Gottesdienst bestimmten Räume und auch für die Ordnungen der Gottesdienste und Amtshandlungen (Artikel 23 Absatz 3 Kerf). Darum ist die Entscheidung über die Wiederaufnahme der Gottesdienste und die Regelungen für die Durchführung in gemeinsamer Verantwortung von Kirchenvorstand und Pfarramt zu treffen. Sie tragen auch die Verantwortung für die Einhaltung der vorgegebenen Regelungen.

Zu Gottesdiensten wird öffentlich eingeladen. Durch die zu treffenden Regelungen kann es zu Einschränkungen kommen, was den freien Zugang betrifft, weil nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung stehen wird.
Für Taufgottesdienste und Trauungen gelten die gleichen Regelungen wie für Gottesdienste im Allgemeinen. Taufen sollten möglichst in einem gesonderten Gottesdienst und nicht im Gemeindegottesdienst gefeiert werden. (Zu den besonderen Hygienemaßnahmen für die liturgisch Handelnden bei Kasualien s.u.) Mit der Einladung zum Gottesdienst ist darauf hinzuweisen, dass Personen mit Krankheitssymptomen keinen Zutritt haben. Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, entscheiden selbst über
ihre Teilnahme.

22. 06.2020
Da die Erlasse sehr umfangreich sind bitte diese Internetadresse benutzen

14.05.2020

Hinweise zur Arbeit der Leitungsgremien in
Kirchengemeinden und Kirchenkreisen

I.
Abwägungsgesichtspunkte:
Sitzungen digital, mit Umlaufbeschlüssen oder mit physischer Anwesenheit
Nach § 1 Abs. 5a der aktuellen Verordnung des Landes Niedersachsen zur Bekämpfung der
Corona-Pandemie vom 08. Mai 2020 (Nds. GVBl. S. 97) können gewählte Gremien von
öffentlich-rechtlichen Körperschaften seit dem 11. Mai wieder Sitzungen und
Zusammenkünfte durchführen, wenn dabei der erforderliche Mindestabstand von 1,5
Metern eingehalten werden kann. Sitzungen von Kirchenvorständen,
Kirchenkreisvorständen oder anderen kirchlichen Leitungsgremien mit persönlicher
Anwesenheit der Teilnehmenden sind damit nicht mehr verboten. Eine Ansteckungsgefahr
mit entsprechenden Folgen insbesondere für Risikopersonen besteht jedoch weiter. Wir
empfehlen Ihnen daher, in jedem Einzelfall zu prüfen, ob eine Sitzung mit persönlicher
Anwesenheit der Teilnehmenden tatsächlich erforderlich ist, um den Auftrag des jeweiligen
Gremiums sachgerecht wahrnehmen zu können. Das wird vor allem dann der Fall sein,
wenn
– dringende Entscheidungen anstehen und
– eine Nutzung der unter II. genannten Alternativen zu einer Sitzung mit persönlicher
Anwesenheit der Teilnehmenden nicht in Betracht kommt, weil sich die
Beratungsgegenstände (z.B. wegen des erforderlichen Aussprachebedarfs) nicht für die
Beratung in einer digitalen Sitzung eignen oder weil die Teilnahme an einer digitalen
Sitzung nicht allen Mitgliedern des Gremiums möglich ist.

Grundsätzlich sollten alle Mitglieder eines Gremiums mit einer Sitzung mit persönlicher
Anwesenheit der Teilnehmenden einverstanden sein. Mitglieder, die nicht persönlich
teilnehmen möchten, können ggf. digital teilnehmen

Bei einer Sitzung mit persönlicher Anwesenheit der Teilnehmenden muss nach § 1 Abs. 5a
der CoronaVO des Landes auf jeden Fall sichergestellt sein, dass alle Teilnehmenden beim
Aufenthalt im Sitzungsraum und beim Betreten und Verlassen des Sitzungsraums jederzeit
einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten. Ein hinreichend
großer Sitzungsraum und entsprechende Zugänge sind also auf jeden Fall erforderlich.
Ergänzend empfehlen wir,

– sich vorab darüber zu verständigen, ob die Teilnehmenden einen Mund-Nase-Schutz
tragen,
– keine Gesangbücher und andere Materialien zu gebrauchen, die mehrfach genutzt
werden,
– auf eine ausreichende Belüftung des Sitzungsraums zu achten und
– nach der Sitzung Tische und andere benutzte Gegenstände zu reinigen.

Die Entscheidung, in welcher Form eine Sitzung stattfindet, trifft die oder der jeweilige
Vorsitzende (§ 41 Abs. 1 Satz 3 KGO bzw. § 31 Abs. 1 KKO). Sie oder er sollte sich vorher
aber zumindest mit den Personen im stellvertretenden Vorsitz austauschen.

II.
Alternativen zu einer Sitzung mit physischer Anwesenheit
1. Video- oder Telefonkonferenzen
Telefon- und Videokonferenzen sind nach unseren für die Beschlussfassung in
Gremien geltenden kirchenrechtlichen Vorschriften zulässig. Denn die Mitglieder des
jeweiligen Gremiums sind über Telefon und/oder Video beieinander, können Meinungen
und Argumente austauschen und so zu Beschlüssen kommen. Insoweit ist den Regeln zu
Sitzungen unter Anwesenden Genüge getan. Voraussetzung ist aber, dass eine Teilnahme
über Telefon- oder Videokonferenz für alle Mitglieder des Gremiums möglich ist. Es ist auch
möglich, nur per Telefon an Videokonferenzen teilzunehmen, um auf diesem Weg zuhören
und mitreden zu können.

Tipp: Die Landeskirche bietet unter der Adresse https://www.konferenz-e.de ein System
zur Durchführung von datengeschützten Videokonferenzen
an. Anleitung: https://hilfe.konferenz-e.de. Um dies zu nutzen, benötigen Sie ein
Notebook, ein Tablet, ein Smartphone oder einen PC mit Mikrofon und optional auch eine
Kamera sowie einen E-Mail-Zugang.

2. Beschlussfassung im Umlaufverfahren
Beschlüsse im Umlaufverfahren sind nach unseren geltenden kirchenrechtlichen Regeln
unter folgenden Voraussetzungen zulässig:
– Die Beschlussfassung muss so dringend sein, dass die Angelegenheit nicht bis zur
nächsten regulären Sitzung, sei es als Sitzung mit physischer Anwesenheit oder als
Video- oder Telefonkonferenz, warten kann.
– Der Beschlussvorschlag muss allen Mitgliedern des Gremiums zugehen.
– Grundsätzlich müssen alle Mitglieder des Gremiums mit der Beschlussfassung im
Umlaufverfahren einverstanden sein. Das müssen alle Mitglieder des Gremiums

innerhalb einer angemessenen Frist (Empfehlung: 3 Tage) auch positiv zurückmelden,
per Brief, Telefon oder E-Mail.
– Abweichend von dieser allgemeinen Regelung reicht es nach der Verordnung mit
Gesetzeskraft zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der kirchlichen Körperschaften
vom 19. März 2020 (im Folgenden: HandlungsfähigkeitsVO) bis zum 30. September
2020 aus, wenn statt aller Mitglieder nur die Mehrheit der gesetzlichen Mitglieder des
Gremiums einer Beschlussfassung im Umlaufverfahren zustimmt.
– Neben der Abfrage zum Verfahren wird im Umlaufverfahren die Meinung des Mitglieds
des Gremiums (ja, nein oder Enthaltung) zu der in Rede stehenden Sachentscheidung
abgefragt. Für die Sachentscheidung gelten die regulären im konkreten Fall
geltenden Mehrheitsanforderungen, also z. B. bei Abstimmungen im Kirchenvorstand
gemäß § 44 KGO die Mehrheit der auf Ja oder Nein lautenden Stimmen der Mitglieder.

3. Delegation von Entscheidungen
Nach § 50 KGO und § 40 KKO könnten bestimmte Entscheidungen auf einzelne oder
mehrere Gremiumsmitglieder bzw. andere Kirchenmitglieder übertragen werden. Auch
dieser Delegationsbeschluss kann im Umlaufverfahren gefasst werden. § 50 Abs. 5 KGO
und § 40 Abs. 4 KKO regeln, welche Aufgaben nicht übertragen werden dürfen.

5. Soll-Anzahl der Sitzungen von Kirchenvorstand, Kirchenkreisvorstand
– Für den Kirchenvorstand gilt, dass Sitzungen gemäß § 42 Abs. 1 Satz 1 KGO mindestens
alle zwei Monate stattfinden „sollen“. Das Wort „sollen“ bedeutet, dass diese Mindest-
Anzahl nur für den Regelfall gilt. Durch die Corona-Pandemie ist aber ein Ausnahmefall
gegeben. Insoweit ist es nach geltendem Recht ohne Weiteres zulässig, wenn Sitzungen
seltener stattfinden. Davon abgesehen können Gremien auch wie ausgeführt
Umlaufbeschlüsse oder Telefon- oder Videokonferenzen nutzen.
– Für den Kirchenkreisvorstand gilt gemäß § 32 Abs. 2 KKO, dass er die Zahl seiner
Sitzungen je nach Bedarf selbst bestimmt.

III.
Kirchenkreissynoden
Auch Kirchenkreissynoden sind nach den Regelungen des Landes wieder zulässig. Für die
Abwägung, ob eine Sitzung mit physischer Anwesenheit der Teilnehmenden erforderlich
ist, gelten die unter I. genannten allgemeinen Gesichtspunkte. Im Übrigen ist
entscheidend, ob ein Saal oder ein Kirchengebäude zur Verfügung steht, in dem die unter
I. genannten Abstands- und Hygieneregelungen eingehalten werden können. Mitglieder,
die Bedenken haben, an einer Sitzung der Kirchenkreissynode teilzunehmen, können sie
sich evtl. von dem jeweiligen stellvertretenden Mitglied (§ 8a Abs. 6 KKO) vertreten lassen.

Im Übrigen gelten für Kirchenkreissynoden weiterhin folgende Regelungen:
– Die Entscheidung über die Einberufung der Kirchenkreissynode trifft deren Vorstand im
Benehmen mit dem Kirchenkreisvorstand (§ 18 Abs. 3 KKO).
– Kirchenkreissynoden müssen gemäß § 18 Abs. 1 KKO grundsätzlich mindestens
zweimal jährlich tagen.
– Durch die HandlungsfähigkeitsVO wurde diese Vorgabe für das Jahr 2020 ausgesetzt.
– Nach § 39 Abs. 3 KKO nimmt der Kirchenkreisvorstand die Aufgaben der
Kirchenkreissynode wahr, wenn diese nicht zusammengetreten ist. Dies gilt allerdings
normalerweise nicht für Beschlüsse über den Haushalt und den Stellenrahmenplan.
– Nach § 4 Abs. 2 HandlungsfähigkeitsVO kann der Kirchenkreisvorstand bis zum 30.
September 2020 auch Beschlüsse über den Haushalt und den Stellenrahmenplan
fassen, wenn der Vorstand der Kirchenkreissynode dem zustimmt. Beide Gremien
können dabei auch im Rahmen einer Video- oder Telefonkonferenz oder im
Umlaufverfahren entscheiden. Entscheidungen über den Haushaltsplan und den
Stellenrahmenplan werden sofort wirksam; sie sind der Kirchenkreissynode allerdings
baldmöglichst zur Bestätigung vorzulegen.

IV.
Verfahren zur Besetzung von Pfarrstellen
Für das Verfahren zur Besetzung einer Pfarrstelle ermöglicht die HandlungsfähigkeitsVO
bis zum 30. September 2020 einige Vereinfachungen des Verfahrens. Mittlerweile ist es
allerdings nicht mehr zulässig, einen „realen“ Aufstellungsgottesdienst durch einen
gestreamten Gottesdienst zu ersetzen, denn Gottesdienste unter Beteiligung einer
persönlich anwesenden Gemeinde sind mittlerweile wieder erlaubt.

Wir empfehlen allerdings, trotzdem eine Video-Aufzeichnung des
Aufstellungsgottesdienstes zu überlegen. Denn die erforderlichen Abstandsregeln und
Hygienemaßnahmen führen ja zu einer deutlichen Reduzierung der Zahl von Personen, die
den Gottesdienst besuchen können. Für die Verbreitung des Videos empfehlen wir
weiterhin folgendes Verfahren:
– Auf der Internet-Seite der Kirchengemeinde oder des Kirchenkreises wird das Video
des Gottesdienstes oder ein darauf verweisender Link bereitgestellt .Darauf wird durch
die üblichen Formen der öffentlichen Bekanntmachung hingewiesen (z.B. Internet-
Seite, Tageszeitung),
– Dabei wird auch darauf hingewiesen, bis wann Einsprüche zulässig sind. Bis zum Ende
dieser Frist muss das Video auf der Internetseite stehen.
Einwendungen nach § 20 des Pfarrstellenbesetzungsgesetzes (PfStBG) und Einsprüche
nach § 26 Abs. 4 und 5 PfStBG können weiterhin auch per Mail eingelegt werden.

Bei einer Wahl durch den Kirchenvorstand nach §§ 24 – 26 PfStBG gelten bis zum 30.
September 2020 folgende Erleichterungen:
– Eine Wahl durch den Kirchenvorstand, die stets geheim erfolgen muss, kann auch als
vereinfachte Briefwahl durchgeführt werden. Bei der Durchführung der Briefwahl ist
den stimmberechtigten Mitgliedern des Kirchenvorstandes neben dem Stimmzettel
auch ein einheitlicher Stimmzettelumschlag und ein Wahlbriefumschlag zuzusenden.
Der Rückumschlag ist an die Superintendentur adressiert und muss mit dem Absender
versehen werden. Die Mitglieder des Kirchenvorstandes stecken den ausgefüllten
Stimmzettel in den Stimmzettelumschlag, verschließen diesen, legen den
Stimmzettelumschlag in den Wahlbriefumschlag und senden diesen an die
Superintendentur. Die Stimmzettel werden von der Superintendentin oder dem
Superintendenten und einer weiteren Person ausgezählt. Das Auszählungsergebnis ist
schriftlich zu dokumentieren und von der auszählenden Person zu unterzeichnen.
– Anstelle einer Abkündigung im Gottesdienst (§ 26 Abs. 2 Satz 1 PfStBG) kann die Wahl
durch den Kirchenvorstand auf der Internetseite der Kirchengemeinde oder in anderer
geeigneter Weise bekanntgemacht werden. Wichtig ist es, dass in diesem
Zusammenhang wie bei einer Abkündigung auf die Möglichkeit eines Einspruchs unter
Angabe der Einspruchsfrist hingewiesen wird. .

V.
Wahl einer Superintendentin oder eines Superintendenten
Für die Wahl einer Superintendentin oder eines Superintendenten ermöglicht die
HandlungsfähigkeitsVO in der am 16. April 2020 geänderten Fassung bis zum 30.
September 2020 folgende Abweichungen von den Regelungen des
Superintendentenwahlgesetzes (SupWahlG):
– Wenn noch kein Wahlausschuss gebildet wurde und die Kirchenkreissynode nicht
zusammentreten kann, kann gemäß § 39 Abs. 3 KKO der Kirchenkreisvorstand die
Personen wählen, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 2 SupWahlG dem Wahlausschuss als
Mitglieder der Kirchenkreissynode angehören. Wir empfehlen, vorher alle Mitglieder der
Kirchenkreissynode z. B. per Mail nach ihrer Bereitschaft zur Mitarbeit im
Wahlausschuss zu fragen. Aus den positiven Rückmeldungen oder einem etwaigen
Vorschlag des Vorstandes der Kirchenkreissynode kann der Kirchenkreisvorstand dann
seineEntscheidung treffen. Das muss grundsätzlich geheim geschehen (§ 34 i. V. m. §
20 Abs. 1 KKO). Der KKV kann sich aber zuvor nach § 34 i. V. m. § 20 Abs. 4 Satz 1
KKO auf eine offene Wahl verständigen, die dann auch im Umlaufverfahren oder im
Rahmen einer Video- oder Telefonkonferenz durchgeführt werden kann (siehe oben
unter II.). Sollte ein Mitglied dem widersprechen, muss eine Briefwahl durchgeführt
werden. Dafür sollten die Regelungen über die Besetzung einer Pfarrstelle durch die
Wahl im Kirchenvorstand (siehe oben unter IV.) entsprechend angewendet werden.

– Für den Aufstellungsgottesdienst nach § 12 SupWahlG gelten dieselben Grundsätze wie
bei der Besetzung anderer Pfarrstellen (dazu oben unter IV.).
– Einwendungen nach § 12 Abs. 2 SupWahlG können auch per Mail erhoben und
begründet werden.
– Anstelle einer Wahl in der Kirchenkreissynode (§ 13 SupWahlG) kann eine vereinfachte
Briefwahl durchgeführt werden. Die Regeln dafür sind dieselben wie der Besetzung
einer Pfarrstelle durch eine Wahl im Kirchenvorstand (dazu oben unter IV.). Die
Entscheidung, welches Verfahren Anwendung findet, trifft der Wahlausschuss. Die
Kriterien der Abwägung, ob die Wahl in der Kirchenkreissynode oder als Briefwahl
durchgeführt wird, sind dieselben wie bei anderen Entscheidungen über die Einberufung
der Kirchenkreissynode.
– Der Ablauf der Briefwahl ist in § 5 Abs. 4 – 10 der HandlungsfähigkeitsVO in der Fassung
vom 16. April 2020 geregelt. Die Einzelheiten klärt das Landeskirchenamt mit den
betroffenen Kirchenkreisen direkt.
VI.
Nachberufung von Mitgliedern des Kirchenvorstandes
Die Berufung eines neuen Kirchenvorstandsmitgliedes kann nach der Verordnung mit
Gesetzeskraft zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der kirchlichen Körperschaften in der
Fassung vom 16. April 2020 bis zum 30. September 2020 anstelle einer Bekanntgabe im
Gottesdienst auch auf einer Internetseite der Kirchengemeinde bekanntgegeben werden.
Dabei ist die Beschwerdefrist anzugeben. Beschwerden können auch in elektronischer Form
erhoben werden.

Stand: 20. April 2020
Hinweise zur Arbeit der Leitungsgremien in Kirchengemeinden und Kirchenkreisen
1. Vorerst weiterhin keine Sitzungen mit persönlicher Anwesenheit Nach der aktuellen Verordnung des Landes Niedersachsen zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus vom 17. April 2020 (Nds. GVBl. S. 74) sind Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Diese Rechtslage hat sich seit der Allgemeinverfügung des Niedersächsischen Sozialministeriums vom 22. März 2020, die der ersten Fassung dieser Hinweise zugrunde lag, nicht geändert. Wir empfehlen daher weiterhin, vorerst keine Sitzungen von Kirchenvorständen, Kirchenkreisvorständen oder anderen kirchlichen Leitungsgremien mit persönlicher Anwesenheit der Teilnehmenden durchzuführen.

Stattdessen sollten Sitzungen als Telefon- oder Videokonferenzen stattfinden oder – wo das nicht möglich ist – im Wege von Umlaufbeschlüssen durchgeführt werden.

2. Video- oder Telefonkonferenzen Telefon- und Videokonferenzen sind nach unseren für die Beschlussfassung in Gremien geltenden kirchenrechtlichen Vorschriften zulässig. Denn die Mitglieder des jeweiligen Gremiums sind über Telefon und/oder Video beieinander, können Meinungen und Argumente austauschen und so zu Beschlüssen kommen. Insoweit ist den Regeln zu Sitzungen unter Anwesenden Genüge getan. Voraussetzung ist aber, dass eine Teilnahme über Telefon- oder Videokonferenz für alle Mitglieder des Gremiums möglich ist. Es ist auch möglich, nur per Telefon an Videokonferenzen teilzunehmen, um auf diesem Weg zuhören und mitreden zu können.

Tipp: Die Landeskirche bietet unter der Adresse https://www.konferenz-e.de ein System zur Durchführung von datengeschützten Videokonferenzen an. Anleitung: https://hilfe.konferenz-e.de. Um dies zu nutzen, benötigen Sie ein Notebook oder einen PC mit Mikrofon und optional auch eine Kamera sowie einen E-MailZugang. Ohne Mikrofon können Sie konferenz-e als Chat nutzen.

3. Beschlussfassung im Umlaufverfahren Beschlüsse im Umlaufverfahren sind nach unseren geltenden kirchenrechtlichen Regeln unter folgenden Voraussetzungen zulässig:
 Die Beschlussfassung muss so dringend sein, dass die Angelegenheit nicht bis zur nächsten regulären Sitzung unter Anwesenden warten kann.  Der Beschlussvorschlag muss allen Mitgliedern des Gremiums zugehen.  Grundsätzlich müssen alle Mitglieder des Gremiums mit der Beschlussfassung im Umlaufverfahren einverstanden sein. Das müssen alle Mitglieder des Gremiums innerhalb einer angemessenen Frist (Empfehlung: 3 Tage) auch positiv zurückmelden, per Brief, Telefon oder E-Mail.  Abweichend von dieser allgemeinen Regelung reicht es nach der Verordnung mit Gesetzeskraft zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der kirchlichen Körperschaften vom 19. März 2020 bis zum 30. September 2020 aus, wenn statt aller Mitglieder nur die Mehrheit der gesetzlichen Mitglieder des Gremiums einer Beschlussfassung im Umlaufverfahren zustimmt.  Parallel zur Abfrage zum Verfahren wird im Umlaufverfahren die Meinung des Mitglieds des Gremiums (ja, nein oder Enthaltung) zu der in Rede stehenden Sachentscheidung abgefragt. Für die Sachentscheidung gelten die regulären im konkreten Fall geltenden Mehrheitsanforderungen, also z. B. bei Abstimmungen im Kirchenvorstand gemäß § 44 KGO die Mehrheit der auf Ja oder Nein lautenden Stimmen der Mitglieder.

4. Delegation von Entscheidungen Nach § 50 KGO und § 40 KKO könnten bestimmte Entscheidungen auf einzelne oder mehrere Gremiumsmitglieder bzw. andere Kirchenmitglieder übertragen werden. Auch dieser Delegationsbeschluss kann im Umlaufverfahren gefasst werden. § 50 Abs. 5 KGO und § 40 Abs. 4 KKO regeln, welche Aufgaben nicht übertragen werden dürfen.

5. Soll-Anzahl der Sitzungen von Kirchenvorstand, Kirchenkreisvorstand  Für den Kirchenvorstand gilt, dass Sitzungen gemäß § 42 Abs. 1 Satz 1 KGO mindestens alle zwei Monate stattfinden „sollen“. Das Wort „sollen“ bedeutet, dass diese MindestAnzahl nur für den Regelfall gilt. Durch die Corona-Pandemie ist aber ein Ausnahmefall gegeben. Insoweit ist es nach geltendem Recht ohne Weiteres zulässig, wenn Sitzungen seltener stattfinden. Davon abgesehen können Gremien auch wie ausgeführt Umlaufbeschlüsse oder Telefon- oder Videokonferenzen nutzen.  Für den Kirchenkreisvorstand gilt gemäß § 32 Abs. 2 KKO, dass er die Zahl seiner Sitzungen bestimmt. Der Kirchenkreisvorstand kann die Zahl seiner Sitzungen also bereits nach geltendem Recht angesichts der Corona-Pandemie auf eine angemessene Zahl reduzieren und im Übrigen auch mit Umlaufbeschlüssen oder Telefon- oder Videokonferenzen seine Sitzungen durchführen.

6. Kirchenkreissynoden
 Sitzungen der Kirchenkreissynoden sollten verschoben werden, bis die gegenwärtigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgehoben sind.  Für die Kirchenkreissynoden gilt grundsätzlich, dass sie gemäß § 18 Abs. 1 KKO mindestens zweimal jährlich tagen müssen.  Durch die Verordnung mit Gesetzeskraft zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der kirchlichen Körperschaften vom 19. März 2020 wurde diese Vorgabe für das Jahr 2020 ausgesetzt. Die Vorstände der Kirchenkreissynoden sind dadurch allerdings nicht gehindert, von sich aus zwei oder mehr Sitzungen im Jahr 2020 vorzusehen.  Nach § 39 Abs. 3 KKO nimmt der Kirchenkreisvorstand die Aufgaben der Kirchenkreissynode wahr, wenn diese nicht zusammengetreten ist. Dies gilt allerdings normalerweise nicht für Beschlüsse über den Haushalt und den Stellenrahmenplan.  Nach § 4 Abs. 2 der Verordnung mit Gesetzeskraft zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der kirchlichen Körperschaften vom 19. März 2020 kann der Kirchenkreisvorstand bis zum 30. September 2020 auch Beschlüsse über den Haushalt und den Stellenrahmenplan fassen, wenn der Vorstand der Kirchenkreissynode dem zustimmt. Beide Gremien können dabei auch im Rahmen einer Video- oder Telefonkonferenz oder im Umlaufverfahren entscheiden. Entscheidungen über den Haushaltsplan und den Stellenrahmenplan werden sofort wirksam; sie sind der Kirchenkreissynode allerdings baldmöglichst zur Bestätigung vorzulegen.

7. Verfahren zur Besetzung von Pfarrstellen Für Fälle, in denen es nicht möglich ist, das Verfahren zur Besetzung einer Pfarrstelle zu verschieben, ermöglicht die Verordnung mit Gesetzeskraft zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der kirchlichen Körperschaften vom 19. März 2020 bis zum 30. September 2020 einige Vereinfachungen des Verfahrens. Vor allem kann ein „realer“ Aufstellungsgottesdienst sowohl bei einer Besetzung durch Wahl als auch bei einer Besetzung durch Ernennung solange durch einen gestreamten Gottesdienst ersetzt werden, wie es wegen des Verbotes von Zusammenkünften in Kirchen und Gemeindehäusern nicht möglich ist, Gottesdienste unter Beteiligung einer persönlich anwesenden Gemeinde durchzuführen.

Nach der geänderten Fassung der Verordnung mit Gesetzeskraft vom 16. April 2020 kann ein gestreamter Gottesdienst auch dann an die Stelle eines „realen“ Gottesdienstes treten, wenn andere Beschränkungen von physischen Kontakten zu anderen Menschen einen Gottesdienst unter Beteiligung einer persönlich anwesenden Gemeinde ausschließen. Das kann z.B. dann der Fall sein, wenn Gottesdienste ab Anfang Mai wieder unter Auflagen zugelassen werden, wenn es aber nicht möglich ist, in der Kirche die erforderlichen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen umzusetzen.

Wenn ein Gottesdienst unter Beteiligung einer persönlich anwesenden Gemeinde durch einen gestreamten Gottesdienst ersetzt wird, müssen für die Verbreitung des Videos folgende Voraussetzungen gegeben sein:  Auf der Internet-Seite der Kirchengemeinde wird das Video des Gottesdienstes oder ein darauf verweisender Link bereitgestellt.  Dabei wird angegeben, wann das Video ins Netz gestellt wurde.  Das wurde vorher rechtzeitig auf der Internetseite angekündigt oder z.B. in der Tageszeitung bekannt gemacht.  Dabei wurde auch darauf hingewiesen, bis wann Einsprüche zulässig sind. Bis zum Ende dieser Frist sollte das Video auch auf der Internetseite stehen. Einwendungen nach § 20 des Pfarrstellenbesetzungsgesetzes (PfStBG) und Einsprüche nach § 26 Abs. 4 und 5 PfStBG können auch per Mail eingelegt werden.

Wir empfehlen, eine Video-Aufzeichnung des Aufstellungsgottesdienstes auch dann zu überlegen, wenn es ab Anfang Mai wieder möglich sein sollte, Gottesdienste abzuhalten. Denn die dann mit Sicherheit erforderlichen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen werden zu einer deutlichen Reduzierung der Zahl von Personen führen, die den Gottesdienst besuchen können.

Bei einer Wahl durch den Kirchenvorstand nach §§ 24 – 26 PfStBG gelten bis zum 30. September 2020 folgende Erleichterungen:  Eine Wahl durch den Kirchenvorstand, die stets geheim erfolgen muss, kann auch als vereinfachte Briefwahl durchgeführt werden. Bei der Durchführung der Briefwahl ist den stimmberechtigten Mitgliedern des Kirchenvorstandes neben dem Stimmzettel auch ein einheitlicher Stimmzettelumschlag und ein Wahlbriefumschlag zuzusenden. Der Rückumschlag ist an die Superintendentur adressiert und muss mit dem Absender versehen werden. Die Mitglieder des Kirchenvorstandes stecken den ausgefüllten Stimmzettel in den Stimmzettelumschlag, verschließen diesen, legen den Stimmzettelumschlag in den Wahlbriefumschlag und senden diesen an die Superintendentur. Die Stimmzettel werden von der Superintendentin oder dem Superintendenten ausgezählt. Das Auszählungsergebnis ist schriftlich zu dokumentieren und von der auszählenden Person zu unterzeichnen.  Anstelle einer Abkündigung im Gottesdienst (§ 26 Abs. 2 Satz 1 PfStBG) kann die Wahl durch den Kirchenvorstand auf der Internetseite der Kirchengemeinde oder in anderer geeigneter Weise bekanntgemacht werden. Wichtig ist es, dass in diesem Zusammenhang wie bei einer Abkündigung auf die Möglichkeit eines Einspruchs hingewiesen wird und dass dabei auch angegeben wird, wann die Einspruchsfrist endet.

8. Superintendentenwahlen In einigen Kirchenkreisen finden zurzeit Superintendentenwahlen statt bzw. werden vorbereitet. Für diese Wahlen ermöglicht die Verordnung mit Gesetzeskraft zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der kirchlichen Körperschaften in der am 16. April 2020 geänderten Fassung bis zum 30. September 2020 folgende Abweichungen von den Regelungen des Superintendentenwahlgesetzes (SupWahlG):  Wenn noch kein Wahlausschuss gebildet wurde und die Kirchenkreissynode nicht zusammentreten kann, kann gemäß § 39 Abs. 3 KKO der Kirchenkreisvorstand die Personen wählen, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 2 SupWahlG dem Wahlausschuss als Mitglieder der Kirchenkreissynode angehören. Wir empfehlen, vorher alle Mitglieder der Kirchenkreissynode z. B. per Mail nach ihrer Bereitschaft zur Mitarbeit im Wahlausschuss zu fragen. Aus den positiven Rückmeldungen oder einem etwaigen Vorschlag des Vorstandes der Kirchenkreissynode kann der Kirchenkreisvorstand dann seine Wahlentscheidung treffen. Das muss grundsätzlich geheim geschehen (§ 34 i. V. m. § 20 Abs. 1 KKO). Der KKV kann sich aber zuvor nach § 34 i. V. m. § 20 Abs. 4 Satz 1 KKO auf eine offene Wahl verständigen, die dann auch im Umlaufverfahren oder im Rahmen einer Video- oder Telefonkonferenz durchgeführt werden kann (siehe oben unter 2. und 3.). Sollte ein Mitglied dem widersprechen, muss eine Briefwahl durchgeführt werden. Dafür sollten die Regelungen über die Besetzung einer Pfarrstelle durch die Wahl im Kirchenvorstand (siehe oben unter 7.) entsprechend angewendet werden.  Für den Aufstellungsgottesdienst nach § 12 SupWahlG gelten dieselben Grundsätze wie bei der Besetzung anderer Pfarrstellen (dazu oben unter 7.). Ein Video des Gottesdienstes ist allerdings auf der Internetseite des Kirchenkreises bereitzustellen.  Einwendungen nach § 12 Abs. 2 SupWahlG können auch per Mail erhoben und begründet werden.  Anstelle einer Wahl in der Kirchenkreissynode (§ 13 SupWahlG) kann eine vereinfachte Briefwahl durchgeführt werden. Die Regeln dafür sind dieselben wie der Besetzung einer Pfarrstelle durch eine Wahl im Kirchenvorstand (dazu oben unter 7.). Die Entscheidung, welches Verfahren Anwendung findet, trifft der Wahlausschuss. Er sollte dabei insbesondere berücksichtigen, was die staatlichen Regelungen zur Zulässigkeit von Versammlungen von der Größe einer Kirchenkreissynode vorsehen, wie das Infektionsgeschehen im Gebiet des Kirchenkreises verläuft, ob im Kirchenkreis oder in einem benachbarten Kirchenkreis Räume zur Verfügung stehen, die es möglich machen, die erforderlichen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen umzusetzen, und wie viele Mitglieder der Kirchenkreissynode wegen ihres Alters oder wegen einer Vorerkrankung zum Kreis der Risikopatienten gehören. Der Standard der Hygienemaßnahmen für die Kirchenkreissynode sollte sich mindestens an dem Standard orientieren, der im Kirchenkreis für Gottesdienste gilt.
 Der Ablauf der Briefwahl ist in § 5 Abs. 4 – 10 der Verordnung mit Gesetzeskraft zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der kirchlichen Körperschaften in der Fassung vom 16. April 2020 geregelt. Die Einzelheiten klärt das Landeskirchenamt mit den betroffenen Kirchenkreisen direkt.

9. Nachberufung von Mitgliedern des Kirchenvorstandes Die Berufung eines neuen Kirchenvorstandsmitgliedes kann nach der Verordnung mit Gesetzeskraft zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der kirchlichen Körperschaften in der Fassung vom 16. April 2020 bis zum 30. September 2020 anstelle einer Bekanntgabe im Gottesdienst auch auf einer Internetseite der Kirchengemeinde bekanntgegeben werden. Dabei ist die Beschwerdefrist anzugeben. Beschwerden können auch in elektronischer Form

Landeskirche Hannover
Stand 07.05.2020

BEHÖRDLICHE ZUSTÄNDIGKEIT Maßgeblich sind die jeweils geltende „Niedersächsische Verordnung (VO) zur Beschränkung sozialer Kontakte anlässlich der Corona-Pandemie“ sowie die sich daraus ergebenden Regelungen für die Landkreise.
Bitte beachten Sie die aktuelle Berichterstattung und halten Sie über die Superintendentur Kontakt zu den zuständigen örtlichen Behörden. Unter Umständen ist auch ein Gespräch mit dem örtlichen Rettungsdienst sinnvoll. Eine gemeinsame Ortsbegehung schafft Handlungssicherheit.
ZUSTÄNDIGKEIT IN DER KIRCHENGEMEINDE Nach unserer Kirchenverfassung sind Kirchenvorstand und Pfarramt gemeinsam zuständig für die Nutzung der für den Gottesdienst besGmmten Räume und auch für die Ordnungen der Gottesdienste und Amtshandlungen (ArGkel 23 Absatz 3 KVerf). Darum ist die Entscheidung über die Wiederaufnahme der Gottesdienste und die Regelungen für die Durchführung in gemeinsamer Verantwortung von Kirchenvorstand und Pfarramt zu treffen. Sie tragen auch die Verantwortung für die Einhaltung der vorgegebenen Regelungen.
GOTTESDIENSTE UND KASUALIEN Zu Gottesdiensten wird öffentlich eingeladen. Durch die zu treffenden Regelungen kann es zu Einschränkungen kommen, was den freien Zugang betrif, weil nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung stehen wird. Für Kasualgottesdienste gelten die gleichen Regelungen wie für Gottesdienste im Allgemeinen. Taufen sollten möglichst in einem gesonderten Gottesdienst und nicht im Gemeindegottesdienst gefeiert werden. Von Haustaufen raten wir ab, da Sie dort nicht selbst die hygienischen Standards gewährleisten können. Für Gottesdienste anlässlich einer Beisetzung sollte geprüft werden, ob anstatt in einer kleinen Friedhofskapelle die Trauerfeier auch in der Kirche staiinden kann.
Mit der Einladung zum Gottesdienst ist darauf hinzuweisen, dass Personen mit Krankheitssymptomen keinen ZutriC haben. Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, entscheiden selbst über ihre Teilnahme. / 4 12
KINDERGOTTESDIENSTE Die Einladung zu und Durchführung von Kindergottesdiensten soll sich an der Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen orientieren. Da Kindergottesdienste häufig in Gemeindehäusern staiinden, sind hier besondere, von den Verantwortlichen festzulegende Regelungen zu Abstand und Hygiene vorzusehen. Das legt nahe, den Kindergottesdienst nur mit kleinen Gruppen zu feiern.
GOTTESDIENSTE IN KRANKENHÄUSERN, ALTEN- UND PFLEGEHEIMEN Solange ein Kontakt- und Besuchsverbot besteht, finden in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen keine Gottesdienste statt. Falls dieses in Zukunft wieder möglich sein wird, sind neben den hier aufgeführten Handlungsempfehlungen zusätzlich die Regelungen, die für die Einrichtungen in Geltung sind, zu berücksichtigen.
KONFIRMATIONEN Frühere Handlungsempfehlungen der Landeskirche sahen vor, die Konfirmationen zu verschieben. Viele Gemeinden haben wegen der erforderlichen Planungen für die Familien bereits Terminierungen für den Spätsommer oder Herbst vorgenommen. Weil nicht absehbar ist, wann die Einschränkungen im öffentlichen Leben und auch für die Gestaltung von Gottesdiensten weiter gelockert werden, empfehlen wir schon jetzt zu überlegen, wie ggf. mehrere Konfirmatioonsgottesdienste in kleinerem Rahmen und entsprechend den jetzt vorliegenden Handlungsempfehlungen durchgeführt werden können.
SINGEN UND KIRCHENMUSIK Gemeinsames Singen ist ein wichtiges Element unserer Gottesdienste. Doch nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand führt das Singen zu einer hohen Abgabe von Aerosolen und erhöht das Infektionsrisiko. Von daher soll auf Gemeindegesang bis auf Weiteres möglichst verzichtet werden. Liturgischer Gesang und Sologesang ist bei Einhaltung von ausreichendem Abstand möglich und ihm kommt, wenn die Gemeinde nicht singt, besondere Bedeutung zu. Auf die Mitwirkung von Chören, Posaunenchören oder einzelnen Blasinstrumenten soll verzichtet werden, bis eine wissenschaftliche Klärung über das erhöhte Gefährdungspotential vorliegt. Sologesang sowie Musik durch einzelne Instrumentalisten, auch im Zusammenspiel mit der Orgel, sind möglich. Dabei ist auf ausreichenden Abstand zu achten. Falls Sologesang oder liturgischer Gesang von der Empore aus erfolgt, bedarf es eines ausreichenden Abstandes zur Brüstung der Empore, im besten Fall abgewandt vom Kirchenschiff oder mit Plexiglasschutz. Denkbar ist es auch, Musik und Lieder einzuspielen.
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ABENDMAHL Die Feier des Abendmahls gehört zum Auftrag der Verkündigung in Wort und Sakrament. Darin erfahren wir die Gemeinschaft derer, die im Glauben mit Christus und untereinander verbunden sind. Zugleich ist Christus auch im verkündigten Wort ganz gegenwärtig, so dass auch Gottesdienste ohne Abendmahlsfeier im vollen Sinne Gottesdienste sind.
Die Feier des Abendmahls erfordert als „gemeinsames Essen und Trinken“ besondere Aufmerksamkeit unter den Aspekten von Abstandswahrung und Hygiene. Aus diesem Grund empfehlen wir, zunächst auf die Feier des Abendmahles zu verzichten und in den kommenden Wochen Erfahrungen mit nun wieder möglichen Gottesdiensten unter besonderen Bedingungen zu sammeln. Wir werden demnächst Handlungsempfehlungen für die Feier des Abendmahles zur Verfügung stellen.
GESANGBÜCHER, TEXTE, KOLLEKTEN Werden im Gottesdienst Texte verwandt, die allen zugänglich sein sollen (Psalm, Gebete, Lieder), so sollen dafür Kopien zur einmaligen Verwendung erstellt werden, die für alle Teilnehmenden bereits auf den Platz gelegt werden. Gesangbücher sollen nicht verwandt werden. Wo es möglich ist, können Texte auch projiziert oder auf den Webseiten der Gemeinden online gestellt werden, so dass ganz auf Papier verzichtet werden kann.
Für Kollekten sind am Ausgang Behältnisse aufzustellen, so dass das Einwerfen kontaktlos möglich ist. Sammlungen in den Bänken und Reihen werden nicht durchgeführt. Es gilt der laufende Kollektenplan. Ob am Ausgang eine separate Diakoniekollekte erbeten wird, ist vom Kirchenvorstand zu entscheiden.
BEGRENZUNG DER ZAHL DER TEILNEHMENDEN DURCH ABSTANDSREGEL Durch die Abstandsregel, die für alle Lebensbereiche gilt, ist die Zahl der möglichen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher pro Gottesdienst begrenzt. Die Berechnung und Festlegung der Zahl ist für jede Kirche und jede Kapelle einzeln vor Ort vorzunehmen anhand der Größe des Raumes sowie der Zahl und der Anordnung der zur Verfügung stehenden Sitzplätze. Wir empfehlen, diese nötigen Beschränkungsmaßnahmen im Vorfeld breit zu kommunizieren.
Zu dieser ermittelten Zahl von Teilnehmenden kommen hinzu die liturgisch und kirchenmusikalisch Mitwirkenden, Küsterin oder Küster sowie weitere Helferinnen und Helfer für die OrganisaGon nach diesen Empfehlungen. Auch für sie gilt selbstverständlich die Abstandsregel.
Um im Kirchenraum bei den sitzenden Teilnehmenden am Gottesdienst die Abstandsregel zu wahren, empfehlen wir, den Raum vorzubereiten. Bei Bänken werden die Sitzplätze markiert, bei Bestuhlung die Stühle in entsprechendem Abstand aufgestellt. Personen, die im gleichen Haushalt / 6 12
leben, brauchen die Abstandsregel untereinander nicht einzuhalten. Für die Berechnung der zur Verfügung stehenden Plätze, die Markierung der Bänke, die Bestuhlung und die Vorbereitung des Kirchenraums finden sie in der Anlage Musterpläne.
Emporen stehen ausschließlich für Kirchenmusikerinnen und -musiker und eventuell Solistinnen oder Solisten zur Verfügung.
Der Einlass und das Einnehmen der Plätze sollten durch Helferinnen und Helfer unterstützt werden. Sie sind auch darauf vorzubereiten, angemessen mit den Personen umzugehen, die keinen ZutriC mehr erhalten können, weil die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze erreicht ist.
Es ist sicherzustellen, dass vor dem Eingang keine Ansammlung von Personen entsteht. Das wird erleichtert z.B. durch Bodenmarkierungen, die Wartenden das Abstandhalten leichter machen.
Wenn zu erwarten ist, dass die Zahl derer, die am Gottesdienst teilnehmen möchten, größer ist als die Zahl der nach diesen Regelungen zur Verfügung stehenden Plätze, sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, die den Umgang damit kalkulierbarer machen, z.B. durch eine vorherige Anmeldung oder die Vergabe von Platzkarten, die vorab abgeholt oder zugestellt werden. Bei Kasualgottesdiensten wird die Zahl der möglichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Familien vorab mitgeteilt.
Unter den gegebenen Umständen und bei den Vorgaben zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen kann es sein, dass es in einigen Kirchen oder Kapellen nicht sinnvoll ist, Gottesdienste zu halten, da der Aufwand zu hoch oder die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze zu gering ist. In solchen Fällen können Kirchenvorstand und Pfarramt entscheiden, mit der Wiederaufnahme von Gottesdiensten zunächst zu warten und auf andere Gottesdienste in der Region hinweisen.
HYGIENE – MASSNAHMEN Für die Teilnahme am Gottesdienst empfehlen wir dringend, das Tragen einer Nase-Mund-Maske vorauszusetzen. Für Personen, die ohne Maske kommen, sollte die Kirchengemeinde Masken vorhalten. Die Helferinnen und Helfer im Gottesdienst tragen Nase-Mund-Masken. Liturgisch Mitwirkende tragen nur dann Nase-Mund-Masken, wenn sie nicht ausreichend Abstand halten können zu den Teilnehmenden. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Abstand zwischen Kanzeln und Sitzplätzen. Bei Taufen und Trauungen, wo die Liturgen dem Täufling oder dem Brautpaar nahekommen und die Abstandsregeln nicht einhalten können, tragen sie grundsätzlich Nase-Mund-Masken. Auf Körperkontakt im Rahmen der Liturgie wird grundsätzlich verzichtet (z.B. Friedensgruß). Auch bei der Segnung von Menschen, z.B. bei Taufe und Trauung, wird auf Berührung verzichtet. Die
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Wirksamkeit des leiblichen Wortes ist nach evangelischem Verständnis nicht essentiell an die Berührung gebunden. Entscheidend ist die Ausrufung des göttlichen Namens über dem oder den Menschen im Zeichen des Kreuzes.
Weiter empfehlen wir: • keine persönliche Begrüßung oder Verabschiedung an der Tür, um dort Warteschlangen und direkten Kontakt zu vermeiden; • das Offenhalten der Kirchentüren vor dem Beginn des Gottesdienstes, um Klinkenkontakt zu vermeiden; • eine gute Belüftung der genutzten Räumlichkeiten vor, während und nach der Nutzung; • die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln mit breitem Wirkungsgrad für Teilnehmende und Mitwirkende, an gut zugänglichen Standorten postiert; bitte besprechen Sie mit Ihren Apotheken, welche Mittel geeignet und lieferbar sind; • erhöhte Anzahl an Reinigungsmaßnahmen, besonders der Oberflächen, Bänke und Sitzflächen. ReinigungskräUe werden hinsichtlich der erhöhten Hygieneanforderungen und über ihren Eigenschutz informiert; • in Sanitäranlagen das Vorhalten von Seife sowie Einwegtücher zum Abtrocknen der Hände mit Entsorgungsmöglichkeit • Kirchen-Café oder andere Formen des Beisammenseins nach dem Gottesdienst entfallen bis auf Weiteres.
GOTTESDIENSTE UNTER FREIEM HIMMEL Nicht nur zu besonderen Anlässen wie Himmelfahrt oder Pfingsten kann es eine Alternative sein, den Gottesdienst unter freiem Himmel statt in der Kirche zu feiern. Bitte setzen Sie sich dafür mit den zuständigen Ordnungsbehörden vor Ort in Verbindung. Maßnahmen des Infektionsschutzes, Abstands- und Hygieneregeln sind auch hier anzuwenden.
In der Praxis kann das bedeuten: • die Mitwirkenden agieren mit Abstand; • Ausreichender Abstand zwischen Mitwirkenden und Besuchern • Einzelsitzplätze mit Stühlen in ausreichendem Abstand • Bänke, bei denen der Sitzabstand markiert ist • Stehplätze, im Idealfall auf dem Boden markiert • Zugangskontrolle, um eine Überfüllung des Platzes zu verhindern • Ordner, die unterstützend und korrigierend agieren • Eindeutige Hinweise durch Schilder, Ansagen, Handzettel • Beachtung der Hinweise dieses Dokuments zu Gesang, Kirchenmusik, Abendmahl, Gesangbüchern, Kollekten.
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VERSCHIEDENE FORMATE VON GOTTESDIENSTEN UND MEDIALE FORMEN DER VERKÜNDIGUNG Um möglichst vielen Menschen den Zugang zu Gottesdiensten oder Andachten zu ermöglichen, empfehlen wir, in regionaler Absprache • an Sonntagen mehrere Gottesdienste oder kürzere Andachten zu feiern; der Ablauf und der Inhalt können gleich sein, die Dauer auch unter einer Stunde liegen; das Michaeliskloster Hildesheim hat Ideen für diese Form von Andachten entwickelt. Sie finden sie auf der landeskirchlichen Webseite; • WochenschlussgoCesdienste am Freitag- oder Samstagabend zu feiern; • zu abendlichen Andachten oder Gebetszeiten an Wochentagen einzuladen; • Gemeinden in der Region können sich verabreden, dass nur in einer (größeren) Kirche Gottesdienst gefeiert wird. An einem Sonntag könnten dann mehrere Gottesdienste staiinden, die jeweils von ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitenden aus den beteiligten Gemeinden gestaltet werden.
In den vergangenen Wochen, in denen kein GoCesdienst in der Kirche gefeiert werden konnte, sind vielfältige Formen der Verkündigung, analog und digital, entwickelt worden: Verteilmaterial über Postsendung oder Verteilung in Brieoästen, Andachten zum „Mitnehmen“ auf Wäscheleinen, Telefonandachten, Video-Gottesdienste live gestreamt oder auf youtube-Kanälen u.v.m. Da auch in der kommenden Zeit viele Menschen, die dadurch erreicht worden sind, nicht in einen Gottesdienst kommen werden oder können, sollten möglichst viele dieser entwickelten Formen beibehalten und weiterentwickelt werden. Damit sind wir als Kirche mit dem Evangelium auf dem Weg zu den Menschen und warten nicht, bis sie zu uns kommen.
DOKUMENTATION Wir empfehlen, die von Ihnen getroffenen Entscheidungen und die daraus folgenden und umgesetzten Maßnahmen zu dokumentieren. Neben der Erfassung von Datum, Uhrzeit, Art und Umfang der Maßnahmen können dabei auch Fotos helfen. Bitte halten Sie auch fest, welches Personal (z.B. Ehrenamtliche) Sie in diese Maßnahmen eingeführt und für ihre Tätigkeit unterwiesen haben.
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ANHANG ZUR BERECHNUNG DER ZAHL DER SITZPLÄTZE UND ZUR SITZORDNUNG Die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen helfen, Ihre Kirche für die Nutzung unter Wahrung eines Mindestabstandes von 150 cm vorzubereiten. Die baulichen Gegebenheiten vor Ort sind so unterschiedlich, dass wir Ihnen hier nur beispielhaft das von uns empfohlene Grundprinzip illustrieren können. Die Breite eines Sitzplatzes ist mit 50 cm angesetzt. Das entspricht den gesetzlichen Vorgaben aus dem Baurecht und kann als Maßstab sehr gut eingesetzt werden. Sehr variabel sind hingegen Breite und Abstand von Sitzbänken in Kirchen. Wir haben hier ein Beispiel angenommen, bei dem der Reihenabstand von Rückenlehne zu Rückenlehne 80 cm beträgt. Zwischen belegten Sitzreihen müssen mindestens 150cm Abstand sein. Lassen Sie je nach örtlichen Gegebenheiten deshalb ein oder zwei Bankreihen zwischen belegten Reihen frei und markieren Sie diese Bänke, damit sie nicht benutzt werden. Markieren Sie die Sitzflächen und/oder Lehnen der benutzbaren Bankreihen alle 50 cm mit einem Klebestreifen. Damit erleichtern Sie Besucherinnen und Besuchern das Abstand halten. Es sind jeweils drei freie Sitzplätze als Abstand erforderlich. Personen, die in gleichem Haushalt leben, können direkt nebeneinandersitzen. Bei einer Einzelbestuhlung stellen Sie die Stühle in einem Abstand von mindestens 150 cm auf. Unter Beachtung dieses Abstandes ist es auch möglich, innerhalb einer Reihe Stühle zusammenzuschieben, damit Angehörige beieinandersitzen können. Wir empfehlen, dies nur durch die Verantwortlichen vor Ort vornehmen zu lassen. Lassen Sie keine Stuhlstapel am Rand stehen. Bitte markieren Sie in Gängen und Eingangsbereichen den Fußboden in Abständen von 150 cm. Dies erleichtert das Abstand-halten und ist bereits aus Supermärkten bekannt. Insbesondere beim Betreten und beim Verlassen der Kirche kann es sinnvoll sein, mit einem Team zu unterstützen und von vorne nach hinten sowie von der Wand zum Gang die Sitzplätze belegen zu lassen. Die Besucher betreten und verlassen einzeln und nach Aufforderung durch die Helferinnen und Helfer den Gottesdienstraum. Bitte planen Sie bei Ihren Überlegungen auch Plätze für mobilitätseingeschränkte Personen und deren Begleitung ein, indem Sie z.B. Stellplätze für Rollstühle unter Wahrung des Mindestabstandes vorsehen. Sollten mehrere Gottesdienste nacheinander stattfinden und Ihre Kirche über mehrere Türen verfügen, richten Sie ein Einbahnstraßensystem ein, bei dem jeweils eine Tür ausschließlich als Ein- bzw. Ausgang eingesetzt wird. Dies muss durch Ordner unterstützt werden.

Landeskirche Hannover
Stand 30.April 2020
Checkliste Gottesdienst – unter Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln

EINLADUNG
KV-Beschluss zur Durchführung der Gottesdienste
Bekanntmachung der Gottesdienstorte, -zeiten und -kapazitäten
Veröffentlichung der Hygienehinweise für den Gottesdienstbesuch
(Schaukasten, Presse)
Glockengeläut unter Beachtung der Läuteordnung ggf. anpassen
VOR DEM GOTTESDIENST
Desinfektion aller Gegenstände, die in Kontakt mit Mitwirkenden
gekommen sind
Desinfektion der Sanitäreinrichtungen unter Beachtung geltender
Hygieneregeln
Markierung der Sitzplätze im Gottesdienstraum
Eingangs- und Ausgangswege mit Abstandsmarkierungen auf dem
Fußboden kennzeichnen
Abstandsmarkierungen und ggf. andere Leitsysteme im Außenbereich der
Kirche
Anbringen von Hinweisschildern mit Erläuterung der Hygiene-Maßnahmen
Entfernen aller Werbematerialien und Gesangbücher, Bereitlegen von
Liedblättern
Beseitigung nicht benötigter Stühle
Sicherung der Emporenaufgänge
Desinfektionsmittel im Eingangsbereich und im Altarraum zur
Händereinigung bereit stellen
Belüftung der Räume
Dokumentation aller Maßnahmen
EINLASS
Unterweisung des Ordnerpersonals in die Maßnahmen, Kenntlichmachen
z.B. durch Namensschilder (keine Warnwesten), Dokumentation der
Unterweisung
Hinweistafeln mit Hygiene-Maßnahmen gut sichtbar aufstellen
Alternative Gottesdienstorte und Gottesdienstzeiten gut sichtbar
veröffentlichen
Beachtung des Abstands vor und in der Kirche
Bei den Gottesdienstbesuchern nach Krankheitssymptomen erkundigen
Gottesdienstbesucher einzeln eintreten lassen
Platzanweisung vornehmen
Auf das Anlegen von Nase-Mund-Schutz hinweisen
WÄHREND DES GOTTESDIENSTES
Über das Verfahren beim Verlassen der Kirche informieren
Das Verfahren für die Kollekte ansagen
NACH DEM GOTTESDIENST
Entsorgung der Liedblätter
Kontrolle von Markierungen und Absperrungen
Kontrolle und Nachfüllen von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln
Reinigung von Oberflächen und benutzten Gegenständen
Belüftung der Räume
Feedback und Verabschiedung des Teams

Landeskirche Hannover

Stand: 30.April 2020 Vorbehaltlich der Niedersächsischen Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus, die zum 7. Mai 2020 in Kraft tritt 

Während vieler Wochen war es nicht möglich, Gottsdienste, Taufen, KonfirmaGonen und Trauungen zu feiern, da sie durch die Corona-Verfügungen des Landes Niedersachsen untersagt waren. Als Landeskirche haben wir diese Maßnahme zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus unterstützt und damit einen wichtigen, für uns auch schmerzlichen Beitrag erbracht.
Wir freuen uns darüber, dass es nun wieder möglich ist, miteinander Gottesdienste, Taufen und Trauungen zu feiern und Beerdigungen unter gleichen Bedingungen durchführen zu können. Damit bekommen Kirchengemeinden und Einrichtungen in der Landeskirche wieder die Zuständigkeit, über die Ausübung der Religionsfreiheit im Blick auf Gottesdienste selber zu entscheiden.
Eine unmittelbare Rückkehr zu den Verhältnissen, wie wir sie bis zum Ausbruch der Corona-Krise hatten, ist nicht möglich. Wir werden auf längere Sicht Gottesdienste feiern, die sich in vielem davon unterscheiden, wie wir es gewohnt waren. Wir können verantwortlich zu Gottesdiensten nur einladen, wenn wir durch Einhaltung von Regeln und Maßnahmen die Gefährdung von Menschenleben durch eine Infektion mit dem Coronavirus nicht erhöhen. Nur aufgrund einer solchen Selbstverpflichtung sind die Vereinbarungen von Bund, Land und Religionsgemeinschaften zustande gekommen.
Wenn aufgrund der Verordnung des Landes Niedersachsen die Möglichkeit besteht, wieder Gottesdienst zu feiern, bedeutet das nicht, dass
• in allen Kirchen und Kapellen in der Landeskirche an allen Sonn- und Feiertagen Gottesdienst gefeiert werden muss; • in allen Kirchen und Kapellen Gottesdienst gefeiert werden kann; • alle Gottesdienste in der herkömmlichen Form der Agende gefeiert werden sollten; • all die guten, kreativen und innovativen Formen der Verkündigung, die in den letzten Wochen entwickelt worden sind, nun aufgegeben werden.
Vielmehr regen wir an, in der kommenden Zeit zu Gottesdiensten in neuen Formaten und Formen und in regionaler Absprache einzuladen, die den weiterhin geltenden Einschränkungen angemessen sind und in ihrer Durchführung dem Schutz von Menschenleben dienen.
Mit diesen Handlungsempfehlungen stellen wir die Rahmenbedingungen dar, unter denen – Vorbehaltlich der Niedersächsischen Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus, die zum 7. Mai 2020 in Kraft trit – wieder Gottesdienst in Kirchen und Kapellen gefeiert werden kann.
Damit möchten wir Sie in den Kirchenvorständen und Pfarrämtern unterstützen, so dass Sie in den Kirchengemeinden und Regionen verantwortlich entscheiden können, ob und in welcher Form Sie in der nächsten Zeit zu Gottesdiensten einladen und wie Sie Ihrer Verantwortung für die Durchführung nachkommen können.
Diese Handlungsempfehlungen werden ggf. fortgeschrieben und auf der entsprechenden Webseite der Landeskirche in der jeweils aktuellen Fassung veröffentlicht. http://handlungsempfehlungen.landeskirche-hannovers.de
BEHÖRDLICHE ZUSTÄNDIGKEIT
Maßgeblich sind die jeweils geltende „Niedersächsische Verordnung (VO) zur Beschränkung sozialer Kontakte anlässlich der Corona-Pandemie“ sowie die sich daraus ergebenden Regelungen für die Landkreise.
Bitte beachten Sie die aktuelle Berichterstattung und halten Sie über die Superintendentur Kontakt zu den zuständigen örtlichen Behörden. Unter Umständen ist auch ein Gespräch mit dem örtlichen Rettungsdienst sinnvoll. Eine gemeinsame Ortsbegehung schafft Handlungssicherheit.
ZUSTÄNDIGKEIT IN DER KIRCHENGEMEINDE
Nach unserer Kirchenverfassung sind Kirchenvorstand und Pfarramt gemeinsam zuständig für die Nutzung der für den Gottesdienst bestimmten Räume und auch für die Ordnungen der Gottesdienste und Amtshandlungen (Artikel 23 Absatz 3 KVerf). Darum ist die Entscheidung über die Wiederaufnahme der Gottesdienste und die Regelungen für die Durchführung in gemeinsamer Verantwortung von Kirchenvorstand und Pfarramt zu treffen. Sie tragen auch die Verantwortung für die Einhaltung der vorgegebenen Regelungen.

GOTTESDIENSTE UND KASUALIEN
Zu Gottesdiensten wird öffentlich eingeladen. Durch die zu treffenden Regelungen kann es zu Einschränkungen kommen, was den freien Zugang betrifft, weil nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung stehen wird. Für Kasualgottesdienste gelten die gleichen Regelungen wie für Gottesdienste im Allgemeinen. Taufen sollten möglichst in einem gesonderten Gottesdienst und nicht im Gemeindegottesdienst gefeiert werden. Von Haustaufen raten wir ab, da Sie dort nicht selbst die hygienischen Standards gewährleisten können. Für Gottesdienste anlässlich einer Beisetzung sollte geprüft werden, ob anstatt in einer kleinen Friedhofskapelle die Trauerfeier auch in der Kirche stattfinden kann.
Mit der Einladung zum Gottesdienst ist darauf hinzuweisen, dass Personen mit Krankheitssymptomen keinen Zutritt haben. Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, entscheiden selbst über ihre Teilnahme. 
KINDERGOTTESDIENSTE
Die Einladung zu und Durchführung von Kindergottesdiensten soll sich an der Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen orientieren. Da Kindergottesdienste häufig in Gemeindehäusern stattfinden, sind hier besondere, von den Verantwortlichen festzulegende Regelungen zu Abstand und Hygiene vorzusehen. Das legt nahe, den Kindergottesdienst nur mit kleinen Gruppen zu feiern.

GOTTESDIENSTE IN KRANKENHÄUSERN, ALTEN- UND PFLEGEHEIMEN
Solange ein Kontakt- und Besuchsverbot besteht, finden in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen keine Gottesdienste statt. Falls dieses in Zukunft wieder möglich sein wird, sind neben den hier aufgeführten Handlungsempfehlungen zusätzlich die Regelungen, die für die Einrichtungen in Geltung sind, zu berücksichtigen.

KONFIRMATIONEN
Frühere Handlungsempfehlungen der Landeskirche sahen vor, die Konfirmationen zu verschieben. Viele Gemeinden haben wegen der erforderlichen Planungen für die Familien bereits Terminierungen für den Spätsommer oder Herbst vorgenommen. Weil nicht absehbar ist, wann die Einschränkungen im öffentlichen Leben und auch für die Gestaltung von Gottesdiensten weiter gelockert werden, empfehlen wir schon jetzt zu überlegen, wie ggf. mehrere Konfirmationsgottesdienste in kleinerem Rahmen und entsprechend den jetzt vorliegenden Handlungsempfehlungen durchgeführt werden können.

SINGEN UND KIRCHENMUSIK
Gemeinsames Singen ist ein wichtges Element unserer Gottesdienste. Doch nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand führt das Singen zu einer hohen Abgabe von Aerosolen und erhöht das Infektionsrisiko. Von daher soll auf Gemeindegesang bis auf Weiteres möglichst verzichtet werden. Liturgischer Gesang und Sologesang ist bei Einhaltung von ausreichendem Abstand
möglich und ihm kommt, wenn die Gemeinde nicht singt, besondere Bedeutung zu. Auf die Mitwirkung von Chören, Posaunenchören oder einzelnen Blasinstrumenten soll verzichtet werden, bis eine wissenschaftliche Klärung über das erhöhte Gefährdungspotential vorliegt. Sologesang sowie Musik durch einzelne Instrumentalisten, auch im Zusammenspiel mit der Orgel, sind möglich. Dabei ist auf ausreichenden Abstand zu achten. Falls Sologesang oder liturgischer Gesang von der Empore aus erfolgt, bedarf es eines ausreichenden Abstandes zur Brüstung der Empore, im besten Fall abgewandt vom Kirchenschiff oder mit Plexiglasschutz. Denkbar ist es auch, Musik und Lieder einzuspielen.

ABENDMAHL
Die Feier des Abendmahls gehört zum Auftrag der Verkündigung in Wort und Sakrament. Darin erfahren wir die Gemeinschaft derer, die im Glauben mit Christus und untereinander verbunden sind. Zugleich ist Christus auch im verkündigten Wort ganz gegenwärtig, so dass auch Gottesdienste ohne Abendmahlsfeier im vollen Sinne Gottesdienste sind.

Die Feier des Abendmahls erfordert als „gemeinsames Essen und Trinken“ besondere Aufmerksamkeit unter den Aspekten von Abstandswahrung und Hygiene. Aus diesem Grund empfehlen wir, zunächst auf die Feier des Abendmahles zu verzichten und in den kommenden Wochen Erfahrungen mit nun wieder möglichen Gottesdiensten unter besonderen Bedingungen zu sammeln. Wir werden demnächst Handlungsempfehlungen für die Feier des Abendmahles zur Verfügung stellen.
GESANGBÜCHER, TEXTE, KOLLEKTEN
Werden im Gottesdienst Texte verwandt, die allen zugänglich sein sollen (Psalm, Gebete, Lieder), so sollen dafür Kopien zur einmaligen Verwendung erstellt werden, die für alle Teilnehmenden bereits auf den Platz gelegt werden. Gesangbücher sollen nicht verwandt werden. Wo es möglich ist, können Texte auch projiziert oder auf den Webseiten der Gemeinden online gestellt werden, so dass ganz auf Papier verzichtet werden kann.

Für Kollekten sind am Ausgang Behältnisse aufzustellen, so dass das Einwerfen kontaktlos möglich ist. Sammlungen in den Bänken und Reihen werden nicht durchgeführt. Es gilt der laufende Kollektenplan. Ob am Ausgang eine separate Diakoniekollekte erbeten wird, ist vom Kirchenvorstand zu entscheiden.
BEGRENZUNG DER ZAHL DER TEILNEHMENDEN DURCH ABSTANDSREGEL
Durch die Abstandsregel, die für alle Lebensbereiche gilt, ist die Zahl der möglichen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher pro Gottesdienst begrenzt. Die Berechnung und Festlegung der Zahl ist für jede Kirche und jede Kapelle einzeln vor Ort vorzunehmen anhand der Größe des Raumes sowie der Zahl und der Anordnung der zur Verfügung stehenden Sitzplätze. Wir empfehlen, diese nötigen Beschränkungsmaßnahmen im Vorfeld breit zu kommunizieren.

Zu dieser ermittelten Zahl von Teilnehmenden kommen hinzu die liturgisch und kirchenmusikalisch Mitwirkenden, Küsterin oder Küster sowie weitere Helferinnen und Helfer für die Organisation nach diesen Empfehlungen. Auch für sie gilt selbstverständlich die Abstandsregel.
Um im Kirchenraum bei den sitzenden Teilnehmenden am Gottesdienst die Abstandsregel zu wahren, empfehlen wir, den Raum vorzubereiten. Bei Bänken werden die Sitzplätze markiert, bei Bestuhlung die Stühle in entsprechendem Abstand aufgestellt. Personen, die im gleichen Haushalt leben, brauchen die Abstandsregel untereinander nicht einzuhalten. Für die Berechnung der zur Verfügung stehenden Plätze, die Markierung der Bänke, die Bestuhlung und die Vorbereitung des Kirchenraums finden sie in der Anlage Musterpläne.
Emporen stehen ausschließlich für Kirchenmusikerinnen und -musiker und eventuell Solistinnen oder Solisten zur Verfügung.
Der Einlass und das Einnehmen der Plätze sollten durch Helferinnen und Helfer unterstützt werden. Sie sind auch darauf vorzubereiten, angemessen mit den Personen umzugehen, die keinen Zutritt mehr erhalten können, weil die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze erreicht ist.
Es ist sicherzustellen, dass vor dem Eingang keine Ansammlung von Personen entsteht. Das wird erleichtert z.B. durch Bodenmarkierungen, die Wartenden das Abstandhalten leichter machen.
Wenn zu erwarten ist, dass die Zahl derer, die am GoCesdienst teilnehmen möchten, größer ist als die Zahl der nach diesen Regelungen zur Verfügung stehenden Plätze, sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, die den Umgang damit kalkulierbarer machen, z.B. durch eine vorherige Anmeldung oder die Vergabe von Platzkarten, die vorab abgeholt oder zugestellt werden. Bei Kasualgottesdiensten wird die Zahl der möglichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Familien vorab mitgeteilt.
Unter den gegebenen Umständen und bei den Vorgaben zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen kann es sein, dass es in einigen Kirchen oder Kapellen nicht sinnvoll ist, Gottesdienste zu halten, da der Aufwand zu hoch oder die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze zu gering ist. In solchen Fällen können Kirchenvorstand und Pfarramt entscheiden, mit der Wiederaufnahme von Gottesdiensten zunächst zu warten und auf andere Gottesdienste in der Region hinweisen.
HYGIENE – MASSNAHMEN
Für die Teilnahme am Gottesdienst empfehlen wir dringend, das Tragen einer Nase-Mund-Maske vorauszusetzen. Für Personen, die ohne Maske kommen, sollte die Kirchengemeinde Masken vorhalten. Die Helferinnen und Helfer im Gottesdienst tragen Nase-Mund-Masken. Liturgisch Mitwirkende tragen nur dann Nase-Mund-Masken, wenn sie nicht ausreichend Abstand halten können zu den Teilnehmenden. Besonderes Augenmerk gilt d
abei dem Abstand zwischen Kanzeln und Sitzplätzen. Bei Taufen und Trauungen, wo die Liturgen dem Täufling oder dem Brautpaar nahekommen und die Abstandsregeln nicht einhalten können, tragen sie grundsätzlich Nase-Mund-Masken. Auf Körperkontakt im Rahmen der Liturgie wird grundsätzlich verzichtet (z.B. Friedensgruß). Auch bei der Segnung von Menschen, z.B. bei Taufe und Trauung, wird auf Berührung verzichtet. Die Wirksamkeit des leiblichen Wortes ist nach evangelischem Verständnis nicht essentiell an die Berührung gebunden. Entscheidend ist die Ausrufung des göttlichen Namens über dem oder den Menschen im Zeichen des Kreuzes.
Weiter empfehlen wir: • keine persönliche Begrüßung oder Verabschiedung an der Tür, um dort Warteschlangen und direkten Kontakt zu vermeiden; • das Offenhalten der Kirchentüren vor dem Beginn des Gottesdienstes, um Klinkenkontakt zu vermeiden; • eine gute Belüftung der genutzten Räumlichkeiten vor, während und nach der Nutzung; • die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln mit breitem Wirkungsgrad für Teilnehmende und Mitwirkende, an gut zugänglichen Standorten postiert; bitte besprechen Sie mit Ihren Apotheken, welche Mittel geeignet und lieferbar sind; • erhöhte Anzahl an Reinigungsmaßnahmen, besonders der Oberflächen, Bänke und Sitzflächen. Reinigungskräfte werden hinsichtlich der erhöhten Hygieneanforderungen und über ihren Eigenschutz informiert; • in Sanitäranlagen das Vorhalten von Seife sowie Einwegtücher zum Abtrocknen der Hände mit Entsorgungsmöglichkeit • Kirchen-Café oder andere Formen des Beisammenseins nach dem Gottesdienst entfallen bis auf Weiteres.
GOTTESDIENSTE UNTER FREIEM HIMMEL
Nicht nur zu besonderen Anlässen wie Himmelfahrt oder Pfingsten kann es eine Alternative sein, den Gottesdienst unter freiem Himmel statt in der Kirche zu feiern. Bitte setzen Sie sich dafür mit den zuständigen Ordnungsbehörden vor Ort in Verbindung. Maßnahmen des Infektionsschutzes, Abstands- und Hygieneregeln sind auch hier anzuwenden.

In der Praxis kann das bedeuten: • die Mitwirkenden agieren mit Abstand; • Ausreichender Abstand zwischen Mitwirkenden und Besuchern • Einzelsitzplätze mit Stühlen in ausreichendem Abstand • Bänke, bei denen der Sitzabstand markiert ist • Stehplätze, im Idealfall auf dem Boden markiert • Zugangskontrolle, um eine Überfüllung des Platzes zu verhindern • Ordner, die unterstützend und korrigierend agieren • Eindeutige Hinweise durch Schilder, Ansagen, Handzettel • Beachtung der Hinweise dieses Dokuments zu Gesang, Kirchenmusik, Abendmahl, Gesangbüchern, Kollekten. 
VERSCHIEDENE FORMATE VON GOTTESDIENSTEN UND MEDIALE FORMEN DER VERKÜNDIGUNG
Um möglichst vielen Menschen den Zugang zu Gottesdiensten oder Andachten zu ermöglichen, empfehlen wir, in regionaler Absprache • an Sonntagen mehrere Gottesdienste oder kürzere Andachten zu feiern; der Ablauf und der Inhalt können gleich sein, die Dauer auch unter einer Stunde liegen; das Michaeliskloster Hildesheim hat Ideen für diese Form von Andachten entwickelt. Sie finden sie auf der landeskirchlichen Webseite; • Wochenschlussgottesdienste am Freitag- oder Samstagabend zu feiern; • zu abendlichen Andachten oder Gebetszeiten an Wochentagen einzuladen; • Gemeinden in der Region können sich verabreden, dass nur in einer (größeren) Kirche Gottesdienst gefeiert wird. An einem Sonntag könnten dann mehrere Gottesdienste stattfinden, die jeweils von ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitenden aus den beteiligten Gemeinden gestaltet werden.

In den vergangenen Wochen, in denen kein Gottesdienst in der Kirche gefeiert werden konnte, sind vielfältige Formen der Verkündigung, analog und digital, entwickelt worden: Verteilmaterial über Postsendung oder Verteilung in Briefkästen, Andachten zum „Mitnehmen“ auf Wäscheleinen, Telefonandachten, Video-Gottesdienste live gestreamt oder auf youtube-Kanälen u.v.m. Da auch in der kommenden Zeit viele Menschen, die dadurch erreicht worden sind, nicht in einen Gottesdienst kommen werden oder können, sollten möglichst viele dieser entwickelten Formen beibehalten und weiterentwickelt werden. Damit sind wir als Kirche mit dem Evangelium auf dem Weg zu den Menschen und warten nicht, bis sie zu uns kommen.
DOKUMENTATION
Wir empfehlen, die von Ihnen getroffenen Entscheidungen und die daraus folgenden und umgesetzten Maßnahmen zu dokumenGeren. Neben der Erfassung von Datum, Uhrzeit, Art und Umfang der Maßnahmen können dabei auch Fotos helfen. BiCe halten Sie auch fest, welches Personal (z.B. Ehrenamtliche) Sie in diese Maßnahmen eingeführt und für ihre TäGgkeit unterwiesen haben.

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ANHANG ZUR BERECHNUNG DER ZAHL DER SITZPLÄTZE UND ZUR SITZORDNUNG Die nachfolgenden InformaGonen sollen Ihnen helfen, Ihre Kirche für die Nutzung unter Wahrung eines Mindestabstandes von 150 cm vorzubereiten. Die baulichen Gegebenheiten vor Ort sind so unterschiedlich, dass wir Ihnen hier nur beispielhaU das von uns empfohlene Grundprinzip illustrieren können. Die Breite eines Sitzplatzes ist mit 50 cm angesetzt. Das entspricht den gesetzlichen Vorgaben aus dem Baurecht und kann als Maßstab sehr gut eingesetzt werden. Sehr variabel sind hingegen Breite und Abstand von Sitzbänken in Kirchen. Wir haben hier ein Beispiel angenommen, bei dem der Reihenabstand von Rückenlehne zu Rückenlehne 80 cm beträgt. Zwischen belegten Sitzreihen müssen mindestens 150cm Abstand sein. Lassen Sie je nach örtlichen Gegebenheiten deshalb ein oder zwei Bankreihen zwischen belegten Reihen frei und markieren Sie diese Bänke, damit sie nicht benutzt werden. Markieren Sie die Sitzflächen und/oder Lehnen der benutzbaren Bankreihen alle 50 cm mit einem Klebestreifen. Damit erleichtern Sie Besucherinnen und Besuchern das Abstand halten. Es sind jeweils drei freie Sitzplätze als Abstand erforderlich. Personen, die in gleichem Haushalt leben, können direkt nebeneinandersitzen. Bei einer Einzelbestuhlung stellen Sie die Stühle in einem Abstand von mindestens 150 cm auf. Unter Beachtung dieses Abstandes ist es auch möglich, innerhalb einer Reihe Stühle zusammenzuschieben, damit Angehörige beieinandersitzen können. Wir empfehlen, dies nur durch die Verantwortlichen vor Ort vornehmen zu lassen. Lassen Sie keine Stuhlstapel am Rand stehen. BiCe markieren Sie in Gängen und Eingangsbereichen den Fußboden in Abständen von 150 cm. Dies erleichtert das Abstand-halten und ist bereits aus Supermärkten bekannt. Insbesondere beim Betreten und beim Verlassen der Kirche kann es sinnvoll sein, mit einem Team zu unterstützen und von vorne nach hinten sowie von der Wand zum Gang die Sitzplätze belegen zu lassen. Die Besucher betreten und verlassen einzeln und nach Aufforderung durch die Helferinnen und Helfer den GoCesdienstraum. BiCe planen Sie bei Ihren Überlegungen auch Plätze für mobilitätseingeschränkte Personen und deren Begleitung ein, indem Sie z.B. Stellplätze für Rollstühle unter Wahrung des Mindestabstandes vorsehen. Sollten mehrere GoCesdienste nacheinander staiinden und Ihre Kirche über mehrere Türen verfügen, richten Sie ein Einbahnstraßensystem ein, bei dem jeweils eine Tür ausschließlich als Ein- bzw. Ausgang eingesetzt wird. Dies muss durch Ordner unterstützt werden.
Hier folgen Sitzpläne

 Die Superintendentur Meppen: 
Gesendet: Mittwoch, 29. April 2020 15:58
An: Siemoneit, Brigitte <Brigitte.Siemoneit@evlka.de>
Betreff: Wiederaufnahme von Gottesdiensten ab 10.05.2020
Priorität: Hoch

Verteiler: Pfarrämter, Kirchengemeinden
Sehr geehrte Damen und Herren,
voraussichtlich ab dem 10. Mai 2020 wird es wieder möglich sein, dass Gottesdienste in unseren Kirchen stattfinden können. Ob diese Regelung auch für andere Gottesdienstorte wie Krankenhäuser, Altenheime, etc. übertragbar sein werden, steht derzeit nicht fest. Gegenwärtig verhandeln die Vertreter der EKD bzw. unserer Landeskirche mit den betreffenden staatlichen Stellen die Einzelheiten dazu aus. Sobald dazu etwas feststeht, werden wir Sie informieren, u. a. in der am Freitag geplanten nächsten Videobotschaft.
Klar ist aber schon jetzt, dass es bestimmte Auflagen geben wird, was die Hygienestandards betrifft, und da braucht es möglicherweise eine längere Vorlaufzeit als eine Woche. Darum jetzt schon der Hinweis auf einen Passus, der mit großer Wahrscheinlichkeit in den Handlungsempfehlungen stehen wird:
• eine gute Belüftung der genutzten Räumlichkeiten vor, während und nach der Nutzung;
• die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln mit breitem Wirkungsgrad für Teilnehmende und Mitwirkende (z.B. Oxivir Plus, Treox), an gut zugänglichen Standorten postiert;
• erhöhte Anzahl an Reinigungsmaßnahmen, besonders der Oberflächen, Bänke und Sitzflächen. Reinigungskräfte werden hinsichtlich der erhöhten Hygieneanforderungen und über ihren Eigenschutz informiert;
• in Sanitäranlagen das Vorhalten von Seife sowie Einwegtücher zum Abtrocknen der Hände mit Entsorgungsmöglichkeit
Wir sind seitens des Landeskirchenamtes aber darauf hingewiesen worden, dass vor der Feier eines Gottesdienstes in einer Kirchengemeinde der Kirchenvorstand einen entsprechenden Beschluss herbeizuführen hat, da Pfarramt und Kirchenvorstand gemeinsam über die Durchführung von Gottesdiensten entscheidet.
Bitte teilen Sie der Superintendentur bis zum 06.05.2020 mit, wenn Sie einen solchen Beschluss herbeigeführt haben, damit wir die Öffentlichkeit informieren können. Vielen Dank.
• Wenn es zur Genehmigung der Wiederaufnahme von Gottesdiensten mit konkreten Auflagen kommt, dann gilt das nur für Gottesdienste. Andere Veranstaltungen der Kirchengemeinde wie Gruppen, Kreise, Chöre etc. sind nach der geltenden rechtlichen Lage weiterhin nicht möglich.
Verbindlich für uns wird das sein, was am 6. Mai in einer neuen Verordnung veröffentlicht wird.
Mit freundlichen Grüßen

Brigitte Siemoneit
(Ephoralsekretärin)

Die Landeskirche:

Vorabinformation zu den Handlungsanweisungen zur Wiederaufnahme von Gottesdiensten (29.04.2020)
Per E-Mail über die Superintendenturen an alle Kirchengemeinden
Liebe Schwestern und Brüder in den Kirchenkreisen,
bei uns kommen viele Anfragen an, wie es denn nun gehen soll, wenn die Kirchen wieder für Gottesdienste geöffnet werden.
Auf der Webseite der Landeskirche weisen wir darauf hin, dass die endgültige Entscheidung vermutlich mit einer neuen Verordnung des Landes Niedersachsen am 6.Mai fällt. Wir bemühen uns um eine Vereinbarung mit dem Land, dass wir – vorbehaltlich dieser Verordnung – schon am 4. Mai Handlungsempfehlungen an die Gemeinden über die Superintendenturen verschicken können. Bitte geben Sie diese Informationen bei Nachfragen, die sicherlich auch in großer Zahl bei Ihnen und Euch eingehen werden, weiter.
Klar ist aber schon jetzt, dass es bestimmte Auflagen geben wird, was die Hygienestandards betrifft, und da braucht es möglicherweise eine längere Vorlaufzeit als eine Woche. Darum jetzt schon der Hinweis auf einen Passus, der mit großer Wahrscheinlichkeit in den Handlungsempfehlungen stehen wird.
Wir empfehlen:
• keine persönliche Begrüßung oder Verabschiedung an der Tür, um dort Warteschlangen und direkten Kontakt zu vermeiden; • das Offenhalten der Kirchentüren vor dem Beginn des Gottesdienstes, um Klinkenkontakt zu vermeiden; • eine gute Belüftung der genutzten Räumlichkeiten vor, während und nach der Nutzung; • die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln mit breitem Wirkungsgrad für Teilnehmende und Mitwirkende, an gut zugänglichen Standorten postiert; bitte besprechen Sie mit Ihren Apotheken, welche Mittel geeignet und lieferbar sind; • erhöhte Anzahl an Reinigungsmaßnahmen, besonders der Oberflächen, Bänke und Sitzflächen. Reinigungskräfte werden hinsichtlich der erhöhten Hygieneanforderungen und über ihren Eigenschutz informiert; • in Sanitäranlagen das Vorhalten von Seife sowie Einwegtücher zum Abtrocknen der Hände mit Entsorgungsmöglichkeit • Kirchen-Café oder andere Formen des Beisammenseins nach dem Gottesdienst entfallen bis auf Weiteres.
Bitte geben Sie bei Nachfragen auch weiter:
• Wenn es zur Wiederaufnahme von Gottesdiensten kommt, bedarf es in der Woche ab dem 4. Mai eines Kirchenvorstandsbeschlusses, da Kirchenvorstand und Pfarramt gemeinsam für die Gottesdienste verantwortlich sind. Es wird nicht erwartet, dass in allen Kirchen Gottesdienst gefeiert wird. • Wenn es zur Genehmigung der Wiederaufnahme von Gottesdiensten mit konkreten Auflagen kommt, dann gilt das nur für Gottesdienste. Andere Veranstaltungen der Kirchengemeinde wie Gruppen, Kreise, Chöre etc. sind nach der geltenden rechtlichen Lage weiterhin nicht möglich. • Wir streben an, dass mit dieser Verordnung dann Trauerfeien behandelt werden wie andere Gottesdienste auch, d.h. die Zahl der Teilnehmenden orientiert sich an der Raumgröße; dazu werden in den Handlungsempfehlungen konkrete Angaben stehen. Bis dahin gelten aber die jetzigen Regelungen des Landes Niedersachsen und die Handlungsempfehlungen der Landeskirche.
• Bei den Gottesdiensten wird es eine Reihe von Verantwortlichen geben müssen, die in die Hygienemaßnahmen eingewiesen sind. • Die EKD hat auf ihrer Webseite Regelungen eingestellt, die Grundlage sind für die Beratungen zwischen der Bundesregierung und den Bundesländern in dieser Woche. Diese Regelungen sind bislang nicht beschlossen und werden auch nicht 1:1 für Niedersachsen gelten. Verbindlich für uns wird das sein, was am 6. Mai in einer neuen Verordnung veröffentlicht wird.
Wir sind dankbar, wenn Sie dieses bei Nachfragen in dieser Eindeutigkeit weitergeben. Das könnte auch uns bei der Vielzahl der Nachfragen entlasten.

Mit herzlichen Grüßen Arend de Vries
Geistlicher Vizepräsident im Landeskirchenamt Hannover Leiter der Abteilung 2 „Kirchliche Handlungsfelder – Theologie- Gottesdienst- Mission – Ökumene“ Rote Reihe 6 30169 Hannover Tel.: 0511 / 12 41 – 324 Mob.: 0171 – 41 25 831 www

23.4. Die evangelischen Kirchen und die Bistümer in Niedersachsen beraten in dieser und der kommenden Woche über die Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme von Gottesdiensten. Dabei wird angestrebt, Taufen, Trauungen und Trauerfeiern unter den gleichen Rahmenbedingungen wie Gottesdienste durchführen zu können.
Die niedersächsische Verordnung, nach der Gottesdienstfeiern untersagt sind, gilt bis zum 6. Mai. Eine neue Rechtslage ist also frühestens am 7. Mai zu erwarten. Das bedeutet,dass vor Sonntag, 10. Mai, keine Gottesdienste gefeiert werden können.
Sobald die Ergebnisse aus den laufenden Gesprächen mit dem zuständigen Ministerium vorliegen, werden wir den Kirchengemeinden Handlungsempfehlungen für die Durchführung von Gottesdiensten zukommen lassen, so dass mindestens eine Woche Vorlauf besteht, sich darauf vorzubereiten.